Ovid
Publius Ovidius Naso
geboren 20. März 43 v. Chr. in Sulmo
Ovid wurde als Sohn eines Ritters von altem Adel in Sulmo, ein Stück östlich von Rom, geboren. Er wuchs größtenteils in Friedenszeiten, der pax Augusta, auf; die Bürgerkriege hat er zumindest nicht mehr bewusst miterlebt.
Sein Vater schickte Ovid, wie es damals üblich war, nach Rom. Dort sollte Ovid in Rhetorik ausgebildet werden, um die Ämterlaufbahn, den cursus honorum, einzuschlagen. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen. Ovid entdeckte nämlich früh seine Begabung, Verse zu schreiben. Schon im Alter von etwa 17 Jahren rezitierte er erstmals öffentlich. Nachdem er kleinere Ämter unterhalb der Quästur ausgeübt hatte, stieg er daher aus.
Fortan gehörte der dem Dichterkreis um Marcus Valerius Messalla Corvinus an. Diesem Kreis gehörte auch der Elegiker Tibull an, dessen geistige Nachfolge Ovid nach dessen Tod antrat, ebenso die Dichterin Sulpicia. Mit Properz war er mit einem weiteren Elegiker gut bekannt. Seine Zeitgenossen Horaz und Vergil kannte er mehr oder weniger nur flüchtig.
Ovid widmete sich zunächst der Liebesdichtung, verstand sich auch immer selbst als Liebesdichter. In den Tristien hat er sich als tenerorum lusor amorum bezeichnet. Er fing an mit Elegien, den Amores, die zunächst als fünf, später als drei Bücher publiziert wurden. Es folgten die Heroidenbriefe, in denen er bekannte Frauen aus der Mythologie fiktive Briefe an ihre untreuen Männer verfassen lässt. Ovids Liebesdichtung hat sich schließlich mit der Tradition des Lehrgedichtes verbunden. In der Ars Amatoria überträgt er die Motive aus den Liebeselegien ins Didaktische. Dabei geht es nicht um die eheliche, sondern um die Hetärenliebe. In zwei der drei Bücher erteilt er den Männern Ratschläge, im letzten den Frauen. Ergänzt wird die Ars Amatoria durch die Remedia Amoris, die "Heilmittel der Liebe". So soll allzu starkem Liebeskummer vorgebeugt werden.
In der ersten Schaffensperiode Ovids sind außerdem noch De medicamine faciei femineae, ein unvollständiges Lehrgedicht über die Schönheitsmittel für die Frau, und die nicht erhaltene Tragödie Medea anzusiedeln.
Kurz nach Christi Geburt schwenkte Ovid thematisch um. Er begann damit, die Metamorphosen (Verwandlungssagen) und die Fasti (römischer Festkalender) zu verfassen. Beide Werke waren noch nicht veröffentlicht, und die Fasti nur zur Hälfte fertig, als ihn 8 n.Chr. auf Elba das Verbannungsedikt der Kaisers Augustus erhielt. Dabei handelte es sich um die verschärfte Form einer relegatio. Die Bürgerrechte und sein Vermögen blieben Ovid erhalten, allerdings wurde der Ort der Verbannung vorgeschrieben. Und dies war in Ovids Fall die Stadt Tomi am Schwarzen Meer, im heutigen Rumänien gelegen. Ovids Frau, seine dritte nach zwei Scheidungen, begleitete ihn nicht in die Verbannung, sondern blieb in Rom und versuchte von dort aus, eine Abmilderung der Bestrafung zu erwirken.Die Hintergründe der Verbannung sind nicht genau geklärt. Ovid selbst spricht von carmen et error, also von einem Gedicht und einem Irrtum. Es ist davon auszugehen, dass ersteres die Ars Amatoria meint, mit denen er gegen die von Augustus propagierten Moralvorstellungen verstoßen hat. Die kann aber kaum der alleinige Grund für die Verbannung sein, da sie zu diesem Zeitpunkt schon seit etwa acht Jahren publiziert waren. Als wahrscheinlich gilt Ovids Mittwisserschaft in einem erotischen oder politischen Skandal. Nach eigener Aussage hat Ovid etwas gesehen, was er nicht hätte sehen dürfen.
In Tomi felten ihm die Bibliotheken, um an seinen beiden begonnenen Werken Metamorphosen - immerhin weitestgehend "fertig" - und FastiTristien und die Epistulae ex Ponto, diente eher dem Zweck, die unwirtlichen Verhältnisse in Tomi zu beklagen und seine Rückkehr nach Rom zu bewirken.
Auch dies blieb erfolglos. Ovid starb zehn Jahre nach dem Verbannungsbeschluss in Tomi, ohne Rom noch einmal wiedergesehen zu haben.
Werke
- Ars Amatoria
- Metamorphosen









